Die Sorge, die fast jedes Paar mitbringt
Im Kennenlernen frage ich Paare gern, was sie auf anderen Hochzeiten erlebt haben und bei sich nicht haben wollen. Eine Antwort kommt fast immer: Das Brautpaar war nach der Trauung zwei Stunden mit dem Fotografen verschwunden, und die Gäste standen herum.
Ich verstehe die Sorge gut. Und ich kann sie Euch nehmen. Gute Paarfotos brauchen keinen Nachmittag. Sie brauchen den richtigen Moment.
Die kurze Antwort: rund eine Stunde
Plant insgesamt etwa 60 Minuten für Eure Paarfotos ein. Nicht am Stück, sondern verteilt auf zwei kurze Runden. Ich nenne das Portrait-Splitting. Mehr ist es nicht, und Eure Gäste merken davon kaum etwas.
Die Zahl kommt nicht aus einem Ratgeber, sondern aus mindestens 250 Hochzeiten, die ich begleitet habe. Mit einer Stunde komme ich aus, wenn sie an der richtigen Stelle im Tag liegt.
Portrait-Splitting: zwei kurze Runden statt einer langen
Runde eins, direkt nach der Trauung. Kurz und in der Nähe. Während Eure Gäste zur Feier fahren oder sich beim Sektempfang einfinden, machen wir die ersten Bilder zu zweit. Ihr kommt an, wenn alle da sind, und werdet gemeinsam empfangen.
Runde zwei, am Abend. Die Stunde vor Sonnenuntergang hat das schönste Licht des Tages. Weich, warm, von der Seite. Zu dieser Zeit sitzen Eure Gäste meist beim Essen oder stehen am Buffet. Wir gehen ein paar Schritte raus, und fast niemand bemerkt, dass Ihr kurz fehlt.
Das hat noch einen Vorteil. Zwei Runden heißen zwei Orte und zweimal anderes Licht. Eure Bilder erzählen dadurch mehr vom Tag.
Was die Zeit wirklich frisst
Selten sind es die Fotos selbst. Es sind die Dinge drumherum:
- Wege. Fertigmachen in Bochum, Trauung in Witten, Feier in Schwerte: Solche Tage sind nicht ungewöhnlich, und die Fahrzeiten werden fast immer unterschätzt.
- Gratulationen. Je mehr Gäste, desto länger dauert es, bis Euch alle umarmt haben. Das ist schön und soll Zeit haben.
- Das Gruppenfoto. Bei einer großen Gesellschaft braucht es deutlich länger als bei einer kleinen.
Wenn diese drei Punkte Luft im Plan haben, bleibt die Stunde für Eure Paarfotos entspannt.
Sommer und Winter sind zwei verschiedene Tage
Im Juni geht die Sonne hier im Ruhrgebiet erst gegen 21:50 Uhr unter. Im Dezember ist es schon gegen 16:30 Uhr dunkel. Dazwischen liegen mehr als fünf Stunden.
Im Sommer funktioniert das Portrait-Splitting wunderbar. Im Winter drehe ich den Plan um: Wir machen Eure Paarfotos vor der Trauung, mit einem ruhigen ersten Blick zu zweit, solange es hell ist.
Wann die Sonne an Eurem Tag untergeht, findet Ihr in zehn Sekunden heraus. Sucht einfach nach „Sonnenuntergang am“ und Eurem Datum.
Was Ihr in Euren Ablaufplan schreibt
- Die Stunde vor Sonnenuntergang freihalten. Keine Rede, kein Spiel, keine Überraschung in dieser Zeit. Der Sonnenuntergang lässt sich nicht verschieben.
- Eure Trauzeugen einweihen. Sie behalten die Uhr im Blick, damit Ihr es nicht müsst.
- Eine vertraute Person mitnehmen. Jemand, der den Strauß hält oder kurz am Kleid zupft. Die meisten nehmen ihre Trauzeugin oder ihren Trauzeugen mit.
- Puffer für die Wege einplanen, sobald Ihr im Lauf des Tages den Ort wechselt.
- Die Begleitung lang genug buchen. Sie sollte mindestens bis zum Sonnenuntergang reichen.
Mehr dazu findet Ihr in meinen 7 Profi-Tipps für den Ablaufplan und in der Checkliste Hochzeitsplanung.
Und wenn es regnet?
Auch dafür sind zwei Runden gut. Regnet es am Nachmittag, bleibt der Abend. Zieht es abends zu, haben wir die Bilder vom Nachmittag. Und wenn es den ganzen Tag regnet, finden wir einen trockenen Platz mit gutem Licht. Den suche ich vorher für Euch aus.
Ihr müsst nichts können
Eine Stunde, zwei Runden, gutes Licht. Mehr braucht es nicht. Ihr müsst dafür nicht posieren und nichts vorbereiten. Ich fange ein, was zwischen Euch passiert.
Wenn Ihr mögt, plane ich die beiden Zeitfenster mit Euch zusammen, passend zu Eurem Tag, Eurem Ort und Eurer Jahreszeit. Schreibt mir einfach.



